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46. Oberschule, Dresden, Umbau und Modernisierung

Foto: Michael Moser
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Lageplan: heinlewischer

Die Stärken betonen

Wer selber in eine Plattenbauschule gegangen ist, erinnert sich noch an den Riesenspaß, während des Unterrichts in die Klasse gegenüber zu schauen und sehen zu können, wer dort mitmacht und wer nicht. Die unschätzbaren Vorteile dieses Gebäudetyps sind die sehr gute Belichtung und Belüftung der Klassenräume sowie die Transparenz des Hauses und das daraus resultierende Gemeinschaftsempfinden aller seiner Nutzerinnen und Nutzer. Beim Umbau und der Modernisierung der 46. Oberschule war das oberste Ziel, diese Qualitäten herauszuarbeiten und weiterzuentwickeln.

Die 46. Oberschule wurde 1974 als Typenbau der Serie „Dresden Atrium“ erbaut. Allein in Dresden wurden etwa 180 dieser Schulen errichtet. Der Bautyp besteht aus zwei parallelen Riegeln mit Fach- und Klassenzimmern, die durch drei Verbindungsbauten zu einem Schulhaus mit zwei Innenhöfen vereint werden. Seit ihrer Gründung hat die Schule ein sprachliches Profil, 1990 kam der Schwerpunkt Sozial- und Hauswirtschaft hinzu. Neben Französisch als zweiter Fremdsprache bietet die Schule heute im Rahmen der Ganztagsangebote auch Russisch und Koreanisch an. Einen besonderen Stellenwert in der Schularbeit nimmt die Vermittlung von Deutschkenntnissen an Kinder mit Migrationshintergrund ein. 

Im 2013 ausgeschrieben Verhandlungsverfahren entwickelten wir die zentrale Idee, die Mensa mit der Schülerlernküche „auszugraben“, um sie aus ihrem Schattendasein im Keller herauszuholen und zum aktiven Teil der Schule zu machen. Heute gelangt man vom Haupteingang über das Foyer direkt in das neue Atrium. Den Höhenunterschied zum Speiseraum überwindet eine große, multipel nutzbare Freitreppe mit Sitzstufen zum Verweilen, Snacken, Chillen sowie für Außenunterricht, Theater und sonstige Vorführungen. Von hier kommt man auch direkt in den Speiseraum, der zwischen Atrium und Pausenhof alles verbindet. So entsteht eine durchlaufende und abwechslungsreiche Gemeinschafts- und Pausenfläche.

Große Fensterflächen ersetzen die alten Fenster und belichten die gut proportionierten Klassenzimmer und Flure. Hochwertige flexible Lamellen schützen die Räume vor zu viel Wärme im Sommer und eine automatische Nachtabkühlung sorgt für frische Luft und Behaglichkeit bei Schulbeginn. Das Gebäude ist barrierefrei zugänglich, dafür wurde das Gelände zum Haupteingang leicht geneigt ausgebildet. Über einen neuen Aufzug werden alle Ebenen des Hauses barrierefrei erschlossen. Er ist gebäudemittig im neuen Zentrum des Hauses – dem Innenhof – angeordnet und direkt an das Foyer angebunden.

Das Farb- und Materialkonzept nimmt sich zu Gunsten der lebhaften Nutzung des Hauses und der Schulhausgestaltung zurück. Aus der Absicht, dem Gebäude einen konsequenten, klaren Charakter zu verleihen, resultieren die „klassischen“ weißen Fassaden und die dunklen Fensterbänder. Hochwertige Fensterbänke aus Eiche im gesamten Schulgebäude ergänzen die zurückhaltende Farbgebung um einen warmen Ton und holen die Natur ins Gebäude. Das neue Leit- und Orientierungssystem setzt an der Multikulturalität der Schule an und übersetzt die Vielfalt der Völker, Kulturen und Sprachen der Schülerinnen und Schüler aus über 30 Ländern in Symbole und Schriften.

Bauherr
Landeshauptstadt Dresden, Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung
Fertigstellung
Februar 2017
Leistung
Architektenleistung
Leistungsphasen 3 - 9
Bruttogrundfläche
4.592 m²
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