Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena, Institutsgebäude
Von Jena ins All
Ob Hochleistungsoptiken für den Einsatz im Weltall, spezielle 3D-Messverfahren zur Optimierung industrieller Fertigungstechnik oder modernste Quantentechnologien für die hochsichere Kommunikation der Zukunft – das Fraunhofer IOF entwickelt mit Licht innovative Lösungen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Nach der ersten Erweiterung im Jahr 2011 hat das Fraunhofer IOF nun ein weiteres Forschungsgebäude erhalten, das zusätzliche Labor- und Reinraumflächen für neue Forschungsarbeiten in wichtigen Zukunftsfeldern zur Verfügung stellt.
Der Neubau schreibt die Campusarchitektur aus Solitären fort und formt den Straßenraum sowie den Platz am Haupteingang des Instituts. Durch die gegeneinander versetzten Geschosse werden die verschiedenen Funktionen des Neubaus auch nach außen ablesbar. Die Basis des Hauses bilden zwei übereinander gestapelte Versuchshallen mit Kranbahnen im Unter- und im Erdgeschoss. Im 1. Obergeschoss werden in Dunkellaboren Quantenlaseranwendungen entwickelt. Im 2. Obergeschoss ordnen sich offene Büroflächen ringförmig um eine Dachterrasse an. Eine Wendeltreppe führt direkt zur Astrokuppel auf dem Dach: Hier wird neueste Quantentechnologie getestet und mit Satelliten kommuniziert.
Der prominenten Lage am Südhang des Beutenberg-Campus entsprechend erhielt der Neubau ein gestaltprägendes Äußeres. Seine blaue Fassade nimmt die Farbgebung der Bestandsbauten auf und fügt den Neubau harmonisch ins Ensemble ein. Horizontale Fensterbänder unterstreichen die geschichtete Anordnung der Funktionen. Die metallene Fassade zeichnet sich durch höchste Präzision aus und spiegelt damit die Arbeitsweise in den Laserlaboren wider. Durch ihre Faltung im Takt der Lichtwellen entsteht ein optisch raffiniertes Spiel aus Licht und Schatten.
Die Kunst am Bau – der „Infinity Space Generator“ von Sebastian Kuhn – verbindet Kunst und Wissenschaft auf besondere Weise. Ein Portal mit kardanischer Aufhängung im Eingangsbereich und ein zweites in Bullaugenform auf der Dachterrasse erzeugen durch Doppelspiegelung und Polarisationsfilter beeindruckende Lichttunnel und die Illusion unendlicher Räume. Diese optischen Phänomene spiegeln zentrale Forschungsthemen des Instituts wider und machen wissenschaftliche Arbeit auf sinnliche Weise erlebbar. Mit farbwechselndem Licht, das je nach Blickwinkel zwischen Gelb und Violett variiert, lädt das Kunstwerk dazu ein, die Magie der Optik spielerisch zu erkunden.








