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Gymnasium Brügelmannstraße, Köln-Deutz

Foto: Konstantin Börner
Foto: Konstantin Börner
Foto: Konstantin Börner
Foto: Ed. Züblin AG, Tom Philippi
Foto: Ed. Züblin AG, Tom Philippi
Visualisierung: heinlewischer
Lageplan: heinlewischer

Individuelles Lernen in Clustern

Mit dem Neubau des Gymnasiums für 1.000 Schülerinnen und Schülern und eigenständigem Sport- und Bürokomplex beschritt die Stadt Köln neue Wege: Nachhaltigkeit nimmt eine zentrale Rolle ein, zugleich gehört das Projekt zu den derzeit 22 Investorenmodellen, bei denen die Stadt die fertiggestellten Gebäude anmietet und in den Bildungsbetrieb integriert. Durch die enge Zusammenarbeit mit der privaten Bauwirtschaft entstehen so in kurzer Zeit dringend benötigte Schulbauten – im Fall des Gymnasiums in Köln-Deutz sogar in weniger als drei Jahren.

Das architektonische Konzept folgt der Idee des individuellen Lernens in Clustern. Über einem durchgängigen Erdgeschoss mit gemeinschaftlichen Nutzungen – Aula, Bibliothek, Mensa und Verwaltung – gruppieren sich in den Obergeschossen Lernhäuser, die private und individuell gestaltbare Lernatmosphären schaffen. Ein zentraler Lernboulevard verbindet diese Bereiche, sorgt für kurze Wege und erleichtert die Orientierung.

Zwei der drei Nutzungszonen im Erdgeschoss öffnen sich zu begrünten Innenhöfen, die als Freiräume das pädagogische Angebot ergänzen. Haupteingang und Schulhof fassen das Gebäude zu einer klaren Einheit zusammen. Der benachbarte Sport- und Bürokomplex beherbergt zwei übereinander angeordnete Zweifach-Sporthallen, die von einer Mantelbebauung aus Büro- und Gastronomieflächen umschlossen werden.

Die Fassaden kombinieren Verblendmauerwerk in warmen Naturtönen mit filigranen Pfosten-Riegel-Elementen und akzentuierenden Bereichen aus Reliefmauerwerk. Im Inneren dominieren helle Sichtbetonwände (Qualität SB3), geöltes Eichenholz und strapazierfähige Bodenbeläge: Linoleum in den Lernbereichen, Betonwerkstein im Foyer und keramische Fliesen in den Sanitärzonen.

Recyclingbeton mit hohem Anteil an rezyklierter Gesteinskörnung, Holz-Alu-Fenster, energieeffiziente Haustechnik und robuste Materialien reduzieren den ökologischen Fußabdruck. Die Energieversorgung basiert zu wesentlichen Teilen auf regenerativen Quellen – darunter 92 Geothermiebohrungen mit jeweils 99 Metern Tiefe sowie 334 Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von rund 134 kWp. Mit einem Primärenergiebedarf von 45,9 kWh/m² erfüllt das Gebäude die Effizienzhausklasse 40. Auch die Baustelle selbst wurde als „nachhaltige Baustelle“ nach DGNB-Standard zertifiziert.

Neben ökologischen Aspekten stand die langfristige Nutzungsflexibilität im Fokus: Die Raumkonzepte lassen sich an veränderte pädagogische Anforderungen anpassen und sichern so die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes.

Bauherr
Ulrich Beckmann Real Estate GmbH, Köln
Fertigstellung
Mai 2025
Auszeichnung
DGNB Platin (angestrebt)
Leistung
Generalplanungsleistung
Leistungsphasen 1 - 4
Architektenleistung
Leistungsphasen 1 - 5
Bruttogrundfläche
41.195 m²
Zusammenarbeit
Ed. Züblin AG, Köln
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