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Landtag Baden-Württemberg, Stuttgart

Foto: Brigida González
Foto: Brigida González
Foto: Brigida González

Aufbruchsignal einer jungen Demokratie

Eingebettet in eine weitläufige Rasenfläche zwischen Opernhaus und Neuem Schloss erhebt sich der Landtag als dreigeschossiger Solitär auf einer sanften Anhöhe. Das Gebäude ist ein Stahlbetonskelettbau mit quadratischem Grundriss, dessen konstruktives Skelett sowohl das Fassaden- als auch das Grundrissraster prägt. Ein leicht geneigtes, nach außen flach wirkendes Zeltdach schließt den kubischen Bau nach oben ab.

Das verglaste Erdgeschoss tritt hinter den Betonstützen mit einem offenen Umgang zurück und verleiht dem Gebäude einen schwebenden Charakter. Die dunkel patinierte Metall-Glas-Vorhangfassade, von der sich die hellen Stahlbetonstützen des Umgangs absetzen, bestimmt maßgeblich das Erscheinungsbild. Das horizontale Band wird an den Gebäudeecken durch den freigegebenen Blick auf die Betonstützenkante unterbrochen.

Das Erdgeschoss beherbergt die Eingangshalle, die Erschließungselemente sowie ein Restaurant. Nach außen nicht ablesbar, bildet in den beiden Obergeschossen der frei in den gerasterten Grundriss eingefügte, muschelförmige und stützenfreie Plenarsaal das Herzstück des Parlamentsgebäudes. In Richtung Schlossgarten ist dem Plenarsaal die so genannte Wandelhalle vorgelagert. An den drei anderen Seiten reihen sich die in ihren Abmessungen auf das Fassadenraster ausgerichteten Büro- und Besprechungsräume auf.

Zwischen Herbst 2013 und Frühjahr 2016 wurde das denkmalgeschützte Gebäude technisch, energetisch und baulich modernisiert (Staab Architekten). 12 Lichtkegel und 36 Lichtzylinder im Dach leiten nun natürliches Licht in den zuvor fensterlosen Plenarsaal. Das neue Bürger- und Medienzentrum, das im Juni 2017 eröffnet wurde (Henning Larsen Architekten), wurde so in den Boden integriert, dass der Solitärcharakter des Landtagsgebäudes erhalten bleibt.

Bauherr
Land Baden-Württemberg, Stuttgart
Fertigstellung
Juni 1961
Auszeichnung
1. Briefmarke in der Serie "Parlamentsgebäude der deutschen Bundesländer" der Deutschen Post AG im Wert von DM 1,10 (Standard), März 1998
Baudenkmal, 1986
Bonatz-Preis, 1961
Leistung
Architektenleistung
Zusammenarbeit
Entwurf: Kurt Viertel, Horst Linde, Erwin Heinle
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