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Universität Konstanz, Generalsanierung Gebäudekomplex C–D–E

Visualisierung: Piotr Banak
Lageplan: heinlewischer

Geschichte weiterbauen – Identität bewahren

Mit der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes C–D–E der Universität Konstanz führen wir die von Horst Linde entworfenen Büro- und Seminargebäude aus dem Jahr 1976 in die Zukunft. Ziel ist es, die Räume neu zu organisieren und sie technisch wie energetisch auf den neuesten Stand zu bringen – bei maximalem Respekt gegenüber dem architektonischen Erbe. Unsere fünf Leitlinien für die Sanierung sind:

Architektonischen Duktus freilegen und stärken – Wir folgen dem ursprünglichen Gestaltungswillen Horst Lindes: Das architektonische Gerüst bleibt erhalten, seine Prinzipien werden wieder sichtbar gemacht. Rhythmus, Materialität und Konstruktion treten klar hervor. Besonders die Kassettendecken werden bewusst inszeniert – als identitätsstiftendes Element des seriellen Bauens.

Serielle Strukturen als gestalterisches und funktionales Prinzip – Die modulare Logik des Bauens der 1970er-Jahre interpretieren wir neu: Wiederholung, Raster und Vorfertigung bilden die Basis für flexible, zukunftsfähige Raumstrukturen. Die Tragstruktur bleibt sichtbar – das Serielle wird nicht kaschiert, sondern als gestalterische Qualität genutzt.

Reaktivierung der Common Center – Die zentralen Common Center in den Treppenhäusern werden wieder zu Orten des Austauschs und der Begegnung. Als offene, einladende Räume stärken sie das soziale Gefüge und machen den Gemeinschaftsgedanken der Universität erlebbar.

Architektur und Natur im Einklang – Terrassen, Höfe und Zwischenräume werden als verbindende Elemente zwischen Innen- und Außenraum aktiviert. Die Gebäude öffnen sich zur Landschaft und die Natur wird Teil des Campuslebens – ganz im Sinne von Lindes Idee eines offenen, durchlässigen Universitätsgeländes.

Nachhaltigkeit durch Erhalt und Transformation – Wir sanieren mit Respekt gegenüber der vorhandenen Substanz. Wertvolle Materialien werden erhalten, Schadstoffe fachgerecht entfernt, graue Energie geschützt. Ziel ist eine zukunftsfähige Transformation durch minimale Eingriffe mit maximaler Wirkung.

Bauen im Bestand heißt für uns: Bewahren, was trägt – und verändern, was Zukunft braucht. Wir denken Substanz weiter – mit Respekt, Klarheit und Verantwortung. Weiterbauen statt ersetzen – für eine identitätsbewahrende und zukunftsfähige Architektur.

Bauherr
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Konstanz
Leistung
Architektenleistung
Leistungsphasen 2 - 9
Bruttogrundfläche
27.000 m²
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